
Nachdem ich in der achten Runde mein nächstes Endspiel verbummelt hab, hab ich mir jetzt Nachsitzen verordnet. Gibt aber Schlimmeres als mit Dvoretski und Schachbrett bei schönem Wetter am heimischen Balkon zu sitzen.
Nur interessiert euch das natürlich gar nicht. Ihr wollt wissen, wie das jetzt so war mit der neuen Halle, denn darüber hab ich ja noch gar kein Wort verloren.
Warum unsere italienischen Freunde zu ihren Sporthallen „Palazzetto“ sagen, also „kleiner Palast“, wollt ich ja schon immer wissen. In diesem Fall ist es aber sicher selbstironisch gemeint.
Auf Klimatisierung wurde gleich ganz verzichtet.
„Nur für Sport im Winter“ gedacht, heisst es.
Aha.
Na, und wenn einige Türen schon nach einem Jahr Hallenbetrieb kaputt sind (schickt sich für Palazzetto so ein bisserl maroder Look), dann ist eine Isolierung welcher Art immer natürlich ebenfalls verzichtbar.
Alles natürlich auch Eigenschaften der alten Halle, aber die liegt auf der Nordseite des Altstadthügels und ist damit recht gut geschützt. Die neue mit ihrer offenen Lage am Hafen wird damit aber zum kleinen Heizkraftwerk. Nur dass die Hitze nicht abgeleitet wird, sondern in die Spieler hineingeleitet.
A propos Lage: Kaserne, Bolzplatz, Tennisplätze, Boccia-Halle und Baustelle statt malerische Altstadt und Blick ins ligurische Hinterland ist auch mal was anderes. Geschmäcker sollen ja verschieden sein.
Die Organisatoren verdienen Lob, Material und Uhren der neuesten Generation waren in Top-Zustand, und man hatte mehr als genügend Platz zwischen den Brettern, jeder sogar seinen eigenen Tisch (siehe Foto). Dass die Stühle im Turnier mehrfach (von mir beobachtet: zweimal) unter ihrem Besitzer zusammengebrochen sind, dafür können sie vermutlich nix.
Wer hierherkommen mag, schaut sich vielleicht mal meine Fotos an, Porto Maurizio und die umliegenden Dörfer (am Beispiel: Cervo) sind definitiv eine Reise wert. Von kulinarischen Nettigkeiten hab ich ja in meinen ersten beiden Beiträgen ein bisserl erzählt, und mein Hotel (Ariston) war zwar bisher unerwähnt geblieben, aber eindeutig zu Unrecht! Die Balkone sind zwar klein, aber man kann jederzeit auf die mit Markisen gut abgeschattete Terrasse (sehr angenehme Temperaturen!), und das Personal ist immer da, super freundlich und macht hervorragenden Espresso oder Cappuccino.
Also es spricht sehr viel für Imperia. Für den Schachspieler ist halt neuerdings zu überlegen, ob man es vergnüglich findet, bei so hohen Temperaturen zu spielen. Muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Und im September kann man ja auch mal auf etwas kühlere Temperaturen hoffen.
Zum Abschluss reiche ich nochmal alle meine Partien. Wer sich also mal ansehen mag, wie man‘s nicht machen soll, gerne!
Servus!





